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Charly Weiss (* 2. Februar 1939 in Berlin-Weißensee, Deutschland, eigentlich Hans Günther Weiss; † am 31.12.2009 in Düsseldorf) war ein deutscher Schlagzeuger, Schauspieler und Performance-Künstler.

Charly Weiss gilt als der "Erfinder" des Bandnamens "Kraftwerk", da er auf einer Autobahnfahrt mit den Gründungsmitgliedern Ralf Hütter und Florian Schneider-Esleben (damals noch "Organisation") ein Kraftwerk sah, als gerade nach einem Bandnamen gesucht wurde. Am 26. Dezember 1970 gibt Kraftwerk ein Konzert in der Besetzung Florian Schneider-Esleben, Eberhard Kranemann (Bass, Cello) und Charly Weiss (Drums). Das war das erste und letzte Konzert der Formation "Kraftwerk" mit Charly Weiss am Schlagzeug. Charly Weiss blieb dennoch im Großraum Düsseldorf und Nordrhein-Westfalen, und traf hier auf Helge Schneider, Christoph Schlingensief und Udo Kier. Zu Helge Schneider verband ihn bis zu seinem Tode eine große Freundschaft. Die beiden hatten in den siebziger Jahren die Formation "Schneider/Weiss Duo" auch bekannt als "El Snyder & Charly McWhite".

Künstlerischer Werdegang Bearbeiten

Nach seiner sehr kurzen, aber prägenden Zusammenarbeit mit Kraftwerk, tourte Charly Weiss mit Helge Schneider durch das Land, meist für kleine Clubauftritte. In Folge der weiteren Zusammenarbeit mit den in NRW ansässigen und etablierten Künstlern, entstand 1988 der Film "Mutters Maske" , ein Remake des Films „Opfergang“ von Veit Harlan unter der Regie von Christoph Schlingensief. In diesem Film wirkt auch Helge Schneider mit, als "Martin", und auch Udo Kier. Charly Weiss spielt das Schlagzeug für den Soundtrack.

Charly Weiss war zwar nie ein wirklich virtuoser Schlagzeuger, aber seine Persönlichkeit war für viele andere Künstler ein Quell der Inspiration. Helge Schneider widmet Charly Weiss in seinem Buch "Guten Tach! Autobiographie, Teil 1" von 1992 ein ganzes Kapitel.

In den Filmen von Helge Schneider hat Charly Weiss meist skurrile Rollen zu spielen, die seinem natürlichen Charakter und Charme entsprechen, wie z.B. in: "Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem" (1993) spielt er den "lieben Gott" , "00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter" von 1994, wie auch "Jazzclub - Der frühe Vogel fängt den Wurm" von 2004. Die Mitwirkung an diesen Filmen brachte Charly Weiss auch eine gesteigerte Medienpräsenz und einen Eintrag in der IMDB-Datenbank.

Leben und Person Bearbeiten

Charly Weiss lebte sehr zurückgezogen als Einzelgänger und Eigenbrötler in Düsseldorf. Die Mitglieder des Kulturvereines "Kultur-Schlachthof e.V." hatten Charly Weiss bereits vor Jahren zum Ehrenmitglied ernannt. Viele Düsseldorfer Musiker, wie z.B. "UFO Walter" (ehemaliger Live-Bassist bei Marla Glen und aktueller Bassist bei Randy Hansen) integrierten Charly Weiss bei den legendären Sessions, die im Großraum Düsseldorf nach wie vor stattfinden. Die Düsseldorfer Musik-, Kunst- und Undergroundszene pflegte im gesamten ein liebevolles und respektvolles Verhältnis zu Charly Weiss, der oft aber auch als schwieriger und hoch komplexer Charakter beschrieben wurde.

Am 31.12.2009 verstarb er nach langer Krankheit in Düsseldorf.

Diverse Projekte und Persönliches Bearbeiten

Im Jahr 2002 trafen sich Charly Weiss und Joe Blues zu einigen gemeinsamen Sessions, bei der der Song "Hast du keine Mark" entstand. Charly gab sich für dieses Projekt den Namen "Toni Hämmerle" und spielte ein minimalistisches Schlagzeug, das Joe zu einer Loop reduziert dem Song unterlegte.

Im September 2005 hatte Charly Weiss einen bemerkenswerten Auftritt in der experimentellen PrimeTimeShow, die als Pilotfolge ihre Uraufführung im Stahlwerk (Düsseldorf) hatte. Charly Weiss hatte den Moderator Max Roth im Jahre 1994 durch Musikerkollegen aus dem Umfeld der Düsseldorfer Kulturszene kennengelernt. Weiss war als Gastmusiker und Talkgast zur Show eingeladen, gemeinsam mit seinem Freund Axel Burchardt.

Während dieser Show berichtete Weiss von einer merkwürdigen Zugfahrt in seiner Jugend, dem Abhandenkommen seiner Koffer, und den wilden Sex-Orgien in den siebziger Jahren. Im Backstage gab es das sogenannte "Treffen der Giganten", da Charly Weiss auf den ebenso skurrilen Hermes Phettberg traf.

Zu sehr vorgerückter Stunde konnte man Charly Weiss in den Musik- und Veranstaltungsräumen des gemeinnützigen Vereines Kultur-Schlachthof finden.

Im Januar 2009 gastierte er mit Helge Schneider und Reinhard Glöder, als El Snyder und Charly McWhite, im Berliner Jazzclub Quasimodo. Das war sein letzter öffentlicher Auftritt.

Die Trauerfeier zur Einäscherung fand am 08.01.2010 statt. Bei dieser Zeremonie waren zahlreiche Freunde und Wegbegleiter anwesend. Helge Schneider spielte in der Kapelle des Nordfriedhofes (Düsseldorf) die Orgel und organisierte die Zeremonie.

Im Anschluss haben sich nahezu alle Beteiligten in den Räumen des Kulturschlachthofes eingefunden. So wie es der ausdrückliche Wunsch von Charly Weiss war, wurde er eingeäschert und die Trauerfeier wurde abgeschlossen mit einer "traditionellen Session", so wie die Sessions an denen Charly Weiss gerne teilnahm.

Unter verschiedenen musikalischen Gästen fanden sich ein: André Krengel (guit.); Maik Kleemann (bass); Ully Kestenus (voc.; sax.); Max Roth (dr., voc.); Ralf Sielisch (voc.); Frank Michaelis (sax.) u.v.a.m.

Schreibweise Bearbeiten

Man findet in Inhaltsangaben, in der IMDB und in verschiedenen Druckwerken auch die Schreibweisen: Charlie Weiss, Charly Weiß, Charlie Weiß und Karl "Charly" Weiss und ähnliche Kombinationen. Laut Axel Burchardt, einem engen Freund von Weiss, ist "Charly Weiss" die richtige und autorisierte Schreibweise.

Filmografie Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten


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